Jonas Kraus

Da Joni – oder auch „Siffert“ (Hausname) – ist der unangefochtene Chef der Hulzstoussboum: Organisator, Moderator und vor allem Motivator bei den Auftritten.

Seit Stunde eins begleitet er mit seinen flinken Fingern gekonnt auf der Steirischen. Kein Stil ist ihm fremd: Polka, Boarischer, Walzer, Oberkrainer – auch wenn ihm bei Letzteren manchmal das Handgelenk schmerzt. Seine Musikalische Begabung hat er definitiv vom Opa, dem Siffert Sepp.

Organisieren liegt ihm im Blut. Man muss sich nur vorstellen: Spielen wir beispielsweise Freitag, Samstag und Sonntag, hängen bei ihm bereits am Donnerstag die Outfits für das ganze Wochenende fein säuberlich an der Schranktür. Seine traditionellen Tourpläne für die Band enthalten neben Abfahrtszeiten, Ankunft und Spieldauer auch wichtige Gedächtnisstützen wie Instrument, Mundstück und komplette Kleidung – von den Socken über die Unterhose bis hin zum Hut.


Hier ein Beispiel:

Hulzstoussboum Tourplan – Samstag 30.04. Kirwa in Muglhof

  • Fahrt nach: 92637 Muglhof, Fahrtzeit: 15min, Anfahrtskilometer: 12km
  • Fahrer: Rais
  • Zeitplan:

    16:15 Uhr: Abfahrt am Proberaum

    16:30 Uhr: dort sein, Aufbau, Soundcheck

    17:15 Uhr: Brotzeit

    17:45 Uhr: Umziehen

    18:00 Uhr: Spielbeginn
    5h Spielzeit

    22:00 Uhr: Spielende

    Outfit: Lederhose, Socken, Hemd, Leiberl + Hut (Beliebig), Sachen zum Aufbau

    Equipment: Instrument, Mundstück, komplette Anlage im Bus

Als Motivator ist er sowohl beim Publikum als auch bei der Band aktiv. Die Zuhörer heizt er mit Ansagen, Klatsch- und Schunkelaufforderungen an – oder er schreit sie einfach an. Seine Kollegen spornt er ebenfalls an: „Aufstai! Mir main etz mehr Stimmung machn!“

Nach einer flotten Runde mit Klassikern wie Auf der Vogelwiese, Rosamunde und 3 Doch gemma nimmer ham heißt es meist: „Wir main mehr singa!“

Wer diese Aufforderungen ignoriert, bekommt es meist mit „ppppllllll“ (Zungensound) in Kombination mit einem Mittelfinger zu tun – Bekannt aus dem „Nie wieder Österreich“- YouTube-Video.

Nicht zu vergessen ist sein Gesang: Gemeinsam mit Julian Bauer sorgt er oft für harmonische Klänge – ganz nach ihren Vorbildern Ernst Mosch und Franz Bummerl. Optisch erinnern die beiden allerdings eher an die Wildecker Herzbuben.

Julian Bauer

Zu seinen Spitznamen gehören „Jules“, „Bauer“, „Justin“ und „Tippse“. Die letzten beiden werden hier genauer Erörtert.

Jules sitzt bei uns am Flügelhorn, übernimmt den Gesang und sorgt regelmäßig für die passenden Trinksprüche nach dem Prosit.

Hier eine kurze Kostprobe: „Sie is schwanger und woiß ned vo wem – unangenehm!“ (Lustig.)

Eine besondere Begabung von ihm ist das Auswendig spielen. Er kann sich fast alle Stücke problemlos merken und braucht Noten nur selten. Notenlesen zählt allerdings nicht unbedingt zu seinen Stärken – neue Stücke muss er sich meistens erst einmal anhören.

Beim Stück „An Anderl sei Bou„, welches wir oft auf Brautentführungen spielen und bei dem das Publikum aktiv mitsingt, wird Julian regelmäßig zu „Justin“. Diesen „Justin“ kann man allerdings nicht wirklich beschreiben – den muss man erlebt haben.

Jules schafft es außerdem in den seltensten Fällen, eine eigene Dose Schnupftabak dabei zu haben. Stattdessen leiht er Sie sich regelmäßig bei seinen Kollegen Jonas (Gletscher Prise) und Konstantin (Apricot).

Nach einem Praktikum bei Konsti Stahl unterstützt er ihn mittlerweile beim Digitalisieren der Noten. Schon irgendwie ironisch: Notenlesen fällt ihm schwer – aber beim Eintippen hilft er fleißig mit. Daher auch sein Spitzname „Tippse“.

Eine besonders lustige Geschichte ereignete sich auf einer Kirwa eines Burschenvereins: Beim Verlassen klaute Jules kurzerhand das Taferl des Vereins. Glücklicherweise nahm der Verein das Ganze mit Humor, und man einigte sich darauf, die „Auslöse“ bei einem unserer nächsten Auftritte durchzuführen.

So weit, so gut – nur gab es ein kleines Problem: Julian hatte das Taferl zu Hause vergessen.

Nach einigen Nachrichten und Telefonaten fand das Schild schließlich doch noch seinen Weg zum Auftritt – und konnte ordnungsgemäß gegen eine Kiste Bier ausgelöst werden.

Andreas Holfelner

In Fachkreisen wird er auch „Rais“ oder „Busch“ (Hausname) genannt. Wichtig dabei: Das „U“ muss deutlich in die Länge gezogen werden – also Buuusch und nicht einfach nur Busch. Hier ein kurzes Lernvideo zur richtigen Aussprache.

Rais spielt bei uns die Basstrompete, die er sich – nach einer intensiven „Gehirnwäsche“ von Konstantin Stahl – zugelegt hat. Davor war er am Tenorhorn unterwegs. Lustig ist dabei eigentlich, dass er ursprünglich Trompeter ist – aber in der Gruppe kein Platz für noch einen war. Deshalb kam es zur Zwangsumschulung.

Bei ihm weiß man allerdings nie so genau, ob er unsere geprobten Stücke beim Auftritt schon einmal gehört hat. Er spielt einfach drauf los – und erstaunlicherweise klappt es meistens sogar. Auch er singt in der Gruppe.

Vor allem die hohen Töne sind für ihn kein Hindernis. Sobald das Publikum – meist angetrieben durch steigenden Alkoholkonsum – aktuelle Hits grölt und singt, steigt Rais innerhalb von Sekunden ein und begleitet das Ganze fehlerfrei.

Nebenbei ist er auch für die Technik in der Fünf-Mann-Band zuständig. „Zu laut!“, „Zu leise!“, „Rais, wir hören gar nix!“ – mit seinem offenen Ohr und seiner ruhigen Art kümmert er sich zuverlässig um die Wünsche der Zuhörer. (Die ruhige Art gilt allerdings ausschließlich für das Publikum – nicht unbedingt für seine Musikantenkollegen.)

Nach seiner einjährigen Alkoholpause im Jahr 2024 hat auch er erkannt: Ohne geht’s nicht. Besonders Wein und Spirituosen haben es ihm seitdem angetan.

Außerdem schlägt sein Herz für den TSV 1860 München – so spielt er auch Fußball (Witz)

Trotz allem bleibt er ein Mysterium: Nach dem Auftritt verschwindet er beim gemütlichen
Umtrunk regelmäßig spurlos in der Menge. „Wo is da Buuusch? Wir wolln jetzt dann fahrn!“ – keine Ahnung.

Und plötzlich steht er wieder da, als hätte er einen eingebauten Sensor, der direkt mit der Bustür verbunden ist.

Konstantin Stahl

Der Jüngste in der Gruppe trägt die Spitznamen „Konsti“ oder „Ferdinand“. Letzterer entstand durch eine einmalige Verwechslung – und wie das so ist, blieb der Name einfach hängen.

Uns war außerdem immer wichtig, einen Albersriether in der Band zu haben – jede gute Zusammenstellung braucht schließlich so einen.

Man muss wirklich sagen: An der Basstrompete ist er ein absolutes Ass. Bassbegleitung, Nachschlag, Melodie – egal ob erste, zweite oder dritte Stimme – kein Stil ist ihm fremd. Beim Gesang kommt auch oft seine Tiefe Bass-Stimme zum einsatz.

Durch seine musikalische Begabung komponiert und arrangiert er zahlreiche Stücke für die Hulzstoussboum. Auch wenn diese anfangs teilweise noch unspielbar sind, werden sie nach ein paar Überarbeitungen doch irgendwann bandtauglich.

Sein feines Gehör macht es seinen Kollegen allerdings nicht immer leicht: Jeder noch so kleine Fehler oder „Kickser“ wird konsequent mit einem energischen „Zefix!“ kommentiert.

Als wir Ende 2021 auf der Suche nach Verstärkung waren und auf Konsti zukamen, mussten wir zunächst seine Mutter überzeugen. „Schauts auf ihn auf… ned, dass er safft, raucht und schnupft…“ … Zum Glück haben wir ihr das damals nicht versprochen.

Dazu gibt es auch eine Anekdote, die unbedingt an die Öffentlichkeit gehört: Nach einem langen Wochenende auf der Brass Wiesn in Eching wollten am Sonntagvormittag alle Bandmitglieder (inklusive Begleitungen) möglichst schnell nach Hause – das Wochenende war vorbei und der Alltag stand schon wieder vor der Tür. Auf der Heimfahrt war ein kurzer Stopp beim „Goldenen M“ geplant – schnell rein, schnell raus. Doch ausgerechnet Konstantin stellte sich quer: „Gehma halt mal gscheid essn!“ … „Furta des Gfress!“ … Leider gingen wir seiner Bitte nach und suchten ein Gasthaus in der Nähe auf. Das Ergebnis: lange Wartezeit aufs Essen – und der eigentliche Initiator stocherte lustlos in seinen Lendchen mit Spätzle herum, aß nicht einmal ein Viertel und klagte schließlich über Herzrhythmusstörungen… ausgelöst durch ein doch sehr konsumreiches Wochenende.

Die Situation brachte die Gruppe kurzzeitig zur Band Auflösung – konnte jedoch durch die stabilen Mägen der übrigen Mitglieder kompensiert werden.

Maximilian Steiner

Oder einfach „Max“ – das fünfte Mitglied der Hulzstoussboum. Das Fundament. Die Maschine.

Diese Bezeichnungen verdankt er seinem Instrument: der Tuba. Während andere mal durchschnaufen können, muss Max durchspielen – ohne Pause. (Außer bei Bassl-Eskalationen durch KS.) Und trotzdem läuft er einfach weiter.

Seine frühere Schwäche – das Auswendigspielen – hat er mittlerweile komplett abgelegt. Stattdessen erfindet er ständig neue Bassbegleitungen, die sich teilweise eher wie ein E-Bass anhören als wie eine klassische Tuba.

Was viele nicht wissen: Max ist der Cousin von Joni – also ebenfalls ein Enkerl vom Siffert-Sepp. Das musikalische Talent liegt ihm also quasi in den Genen.

Mit Max kamen auch neue Einflüsse in die Band: weiße Schuhe zur Tracht (die er inzwischen wieder abgelegt hat), Glücksspiele wie Poker, sowie Jogginganzug mit verdrehter Basecap beim Aufbau (Übersetzung: Basecap = Kappl).

Zudem steht bei ihm immer ein Kulturbeutel am Notenpult – was sich darin befindet, weiß allerdings niemand so genau.

Vielleicht ist der Einstieg von Max einfach die spirituelle Phase der Band – so wie damals bei den Beatles.

Wie durch Zauberei schafft es sein Körper außerdem, während eines Auftritts sämtliche zugeführten Flüssigkeiten zu verarbeiten – ein Phänomen, das bis heute nicht vollständig erforscht ist.

Während einer Alkoholpause der Band in der Fastenzeit 2025 blieb Max als einziger „im Einsatz“. Er stellte sich allein dem Starkbier sowie sämtlichen Schnapsrunden und hielt tapfer durch. Am Ende des Auftritts waren die Gäste still und beeindruckt von seiner Trinkfestigkeit – still war gegen Ende allerdings auch die Tuba.

Hier eine ungefähre Hochrechnung fruchtiger Liköre: 4 × 5 = 20

„Laberts ned immer so an Scheiß… d’Leit moina, i saff.“
– Mach ma ned, Max… mach ma ned.